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Drei Figurinen eines Objektes


Auszug 1 aus      Überall ist die Mitte (2003) 

Enklaven in der Metrik


Partikelresonanz
Ich hoffte damals in einem Buch die schwer nachvollziehbare Physik anschaulich zu machen - möglichst ohne Formeln. Leider sind die meisten Physiker der Überzeugung, dass es ein anschauliches Modell der modernen Physik nicht geben kann. Die Aussagen der Quantenmechanik und die der Allgemeine Relativitätstheorie widersprechen einfach unserer Alltagserfahrung.
Das Manuskript entstand ab 1997 und wurde 2003 verlegt. Seither hat die Physik viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die Instrumente sind inzwischen enorm verbessert und es fanden sich viele Bestätigungen des Standardmodells der Elementarteilchen, der ART und der QM.
Aber es gab auch sehr irritierende Erkenntnisse.
Die Bewegung von Sternen zeigten zum Beispiel unwiderliegbar, dass entweder die Theorien unvollständig waren oder dass unsere Annahmen zur Beschaffenheit des Universums falsch sind. Um das Problem zu lösen hat die Physik zunächst unsichtbare Dunkle Materie erfunden und etwas später die Dunkle Energie. Die DM ´erklärt´ die rätselhafte Attraktion - die DE tut das für die ebenfalls rätselhafte Repulsion, die offenbar in manchen Gegenden des Universums herrschen. Es geht also um die Wechselbeziehung zwischen Materie und Raum.
Zur Veranschaulichung des Themas empfehle ich diesen kurzen Film von Harald Lesch (10min): Materie besteht nicht aus Materie

und hier der  Auszug 1 aus  Überall ist die Mitte, 2003

Kapitel:  Enklaven in der Metrik, S 115

Vasco lächelt eine Weile still vor sich hin und überläßt Paul seinen Gedanken. „Du hast mir vorhin im Garten diese Skizze gezeigt, Paul. Ein oszillierendes Urobjekt ...“
„Richtig.“ Paul kehrt vom Urknall zurück. „Das Gekrakel im Garten war natürlich nur eine Prinzipskizze,“ murmelt er und greift nach einen Zettel. „Ich wollte mir damit lediglich die wesentlichen Bewegungsabläufe veranschaulichen, die ein einzelnes Urobjekte dazu veranlassen könnten in einem Raumbereich zu oszillieren.
Eine wichtige Rolle scheint mir dabei die Kombination aus Impuls und Drehimpuls des Inneren Urobjektes zu spielen. Ich glaube dieses Verhältnis spielt bei dem entstehenden Wechselwirkungsbild mit äußeren Urobjekten die Hauptrolle. Im Interesse einer möglichst einfachen Darstellung habe ich die Teilchenwolke zunächst in eine isotrope Hintergrundstrahlung eingebettet, in der es ruhen soll. Es streben also von allen Seiten gleich viele und auch gleich schnelle Partikel auf die Teilchenwolke zu ...“

ET ruhe
„Gelöffelt,“ kichert Vasco:„ das Vektorfeld, die Mutter aller Inertialsysteme läßt grüßen, nicht wahr?“
„Kenn´ ich nicht.“ wehrt Paul ab. „In deinem Artikel steht schließlich, dass wir uns ein Elementarteilchen als ein
raumeinnehmend oszillierendes Urobjekt vorstellen sollen. Die Gestalt meiner Teilchenwolke ergibt sich aus den einzelnen Kollisionspunkten, an denen das innere Urobjekt mit äußeren Urobjekten zusammenstößt. Zuerst befürchtete ich, dass diese Schwebungsfigur selbst bei elastischen Stößen einen Energieverlust erleidet. Doch dann habe ich mir einen Zyklus lang dieses Inneren Urobjekt genauer ´angesehen´. Und ich glaube, daß der in ihm enthaltene Gesamtimpulse nach dem Zyklus genauso groß sein sollte wie davor. Und das bedeutet, dass es ohne Verluste schwingt, dass die Wolke unbeschleunigt im Raum schwebt.“

Paul schaut Vasco offen an. „Ich denke Jonas schweben derartige, aber natürlich räumlich schwingende Teilchenwolken vor, wenn er die Elementarteilchen mit: Resonanzzustand oder stehende Welle umschreibt.“

Anerkennend senkt Vasco den Kopf. „Das innere Urobjekt in deiner Skizze könnte man sozusagen mit einer rotierenden schwebenden Billardkugel vergleichen, die mit ihresgleichen ideal elastisch kommuniziert. Sie bewegt sich translatorisch und sie dreht sich dabei. Sie hat Impuls und Drehimpuls. Und da sie sich inmitten eines allseitigen Stromes von Kugeln befindet, die zwar ungeordnet, aber im Durchschnitt von allen Seiten gleich stark strömen,...“

„...stößt sie immer wieder mit diesen Hintergrundpartikeln zusammen.“ setzt Paul fort.
„Das eine Partikel wird dabei immer wieder in das Innere der Wolke zurückgestoßen. Die äußeren Partikel, die von der gleichen Beschaffenheit wie das Innere sind, werden an der Wolkenoberfläche reflektiert.
Wir finden eine ähnliche Situation in jedem Sonnensystem, Vasco, Nur wird bei diesem der Planet von der Gravitation seines Zentralsterns -seinem Attraktor- auf der Umlaufbahn gehalten. Im Inneren der Elementarteilchenwolke steckt natürlich kein Zentralstern, denn da steckt gar nichts. Das schnell oszillierende Urobjekt schafft sich selbst seinen Attraktor, indem es den inneren Oszillationsbereich von äußeren Urobjekten abschirmt.
Dieser Innere Raum ist leerer Raum, er ist mindestens ebenso
attraktiv wie ein Zentralstern, weil aus ihm heraus keine Stöße mehr auf das Partikel wirken.“
Paul schließt die Augen und wiederholt: „Das oszillierende Urobjekt schafft sich ständig seinen eigenen virtuellen Attraktor neu - indem es oszilliert.“

Vasco möchte etwas einwenden, doch Paul kommt ihm zuvor.

„Ich weiß schon, Vasco. Mein Beispiel auf dem Billardtisch ist nur zweidimensional. Ein wirkliches Elementarteilchen existiert im Raum, also wird das Innere Urobjekt in einer drei dimensionalen Wolke oszillieren. Die Oszillationsfigur wird also sehr viel komplizierter ausfallen als ich es hier darstellen kann. Auch wird es im Grunde chaotisch zugehen.

In meiner Skizze hier habe ich die Bahn des Inneren Urobjektes sehr idealisiert. Ich müßte mich in Grunde mit einer Unzahl von unvorhersehbaren, also chaotischen Wechselwirkungen beschäftigen. Da sich die Wirkungen dieser chaotischen Ereignisse aber im Schnitt gegenseitig aufheben werden, habe ich sie einfach ignoriert und mich auf die wenigen konzentriert, welche ich für charakteristisch halte.“

Vasco war schon vor Sekunden aufgestanden und unruhig hin- und hergelaufen. Nun bleibt er stehen und schaut gedankenverloren in die Ferne.

„Du hast sicher bemerkt, Paul, dass dein Jonas-Teilchen etwas ganz anderes ist als man sich gemeinhin ein Elementarteilchen - z.B. ein Elektron - vorstellt. Jonas-Teilchen sind Wolken, keine massiven Etwas, die man mit einer winzigen Billardkugel vergleichen könnte.

Seit einhundert Jahren können wir aber an der Tatsache nicht mehr vorbei, daß das klassische Teilchenbild irgendwo
grundsätzlich falsch ist. Zumindest spiegelt es die Wirklichkeit nur sehr unvollständig wider. Seit fast einem Jahrhundert wissen wir das, aber die Quantenmechanik kann leider nicht mit einem ähnlich plausiblem Teilchenbild dienen, wie es die klassische Mechanik hat. Das alte Teilchenbild hält sich deshalb nach wie vor in den Köpfen - übrigens auch in den Köpfen der meisten Physiker.

Ich hoffe, Paul, dass es uns später noch gelingen wird einige Aussagen der Quantenmechanik mit Hilfe der Jonas-Teilchen zu beschreiben. Ich glaube, diese Teilchenvorstellungen bieten dafür ganz neue Möglichkeiten.“ Vasco atmet tief durch.

„Doch zunächst prüfen wir das Neue Teilchenbild einmal auf seine Konsistenz. Schließlich muß es auch die ganz normalen, die mechanischen Erfahrungen widerspiegeln.
Eine dieser uralten Erfahrungen ist die
Relativität der translatorischen Bewegung.
Alle im Kosmos befindlichen schweren Körper, wie zum Beispiel unser Raumschiff, können wir als bewegt oder als in Ruhe bezeichnen.
Im Sinne des galileischen Relativitätsprinzips bleibt sich das gleich. Wir wissen auch, daß das kosmische Vakuum die Bewegung von Körpern nicht im geringsten beeinflußt. In einem von Urobjekten durchströmten Jonas-Kosmos aber müßte einem klassischen Teilchen der Partikelwind nur so um die Ohren wehen. Die Teilchen müßten von diesen
Wind zwangsläufig abgebremst werden, was aber ganz offenbar ...“

„Eine Teilchenmolluske von Jonas,“ unterbricht ihn Paul, „muss von diesem Wind nicht abgebremst werden. Dies hier, Vasco,“ er zeigt auf seine Skizze, „ist ein ruhendes Teilchen. Eingebettet in eine isotrope Hintergrundstrahlung hat es eine runde Form.
 Es wird unter diesen Bedingungen auch nirgendwohin
beschleunigt, denn die aus dem Hintergrund einwirkenden Impulse heben einander auf.“
 Paul schaut prüfend auf.

„Um ein solches Elementarteilchen in Bewegung zu versetzten, muß ich es beschleunigen. Ich verpasse ihm also einen Impuls - ich stoße es einfach an. Nach dem Stoß bewegt sich das Elementarteilchen gegenüber dem Strahlungshintergrund anders als vorher - außerdem hat es die Stoßenergie in sich akkumuliert.“ Vasco trifft der zweite prüfende Blick.

„Die an das Teilchen beim Stoß vermittelte Energie soll sich nun nach meiner Auffassung so in der Schwingungsgestalt des Inneren Urobjektes niederschlagen, dass auch an der nun anders bewegten Teilchenwolke kein Gesamtimpuls resultiert, dass also auch nach dem Stoß eine ausgeglichene Impulsbilanz herrscht, dass sich also alle von außen kommenden Impulse an der wandernden, räumlichen Teilchenwolke gegenseitig aufheben.“

Vasco senkt langsam den Kopf. „Ich ahne, was du meinst.“ antwortet er dumpf. „Bei Jonas gibt es lokal ein wirkliches Ruhsystem. Also gibt es auch einen Unterschied zwischen einem zu diesem System bewegten Teilchen und dem unbewegten Teilchen. Der Unterschied besteht nach deiner Auffassung in der Energie des Inneren Urobjektes - und damit in der Oszillationsfigur des Teilchens...“

„Richtig, Vasco. Die im Inneren Urobjekt enthaltene Energie prägt ja die Gestalt der Elementarteilchenwolke. Diese Gestalt wäre bei einem bewegten Teilchen sozusagen oval.

Die an die Bewegung angepaßte Schwingungsfigur muß jedenfalls garantieren,“ mit einer großzügigen Geste übergeht Paul die Untiefe seiner Ausführung, „... dass sich sowohl bewegte als auch ruhende Elementarteilchen gleichermaßen gegenüber den Partikelströmen des Hintergrundes im Gleichgewicht befinden. Unabhängig von ihrem konkreten Bewegungszustand sind sie alle vollkommen ungebremst unterwegs, sie alle kommen sich deshalb auch vor, als wären sie in Ruhe...“

„Mächtig gewaltig!“ mit ernster Miene bricht Vasco schließlich das Schweigen. „Doch ich bin etwas schwer von Begriff, Paul. Sicher kannst du es aufzeichnen.“

Das Ei des Kolumbus ?

ruhe und bewegt

Paul zeichnet schon. „Das Teilchen hier links, Vasco, das ist zum Hintergrundsystem ruhend. Es ist rund.
Stoßen wir es in Gedanken von links an, so wird es sich danach gleichförmig nach rechts bewegen.


Die Stoßenergie wandert in das Innere Urobjekt und verändert dessen Oszillationsverhalten. Die Gestalt des bewegten Teilchens verändert sich dadurch. Ich zeichne nun das bewegte Teilchen so, wie man es sehen müsste, wenn man als
immaterieller Beobachter unmittelbar neben ihm herfliegen könnte, was natürlich in Wirklichkeit gar nicht möglich ist ...“

Vasco schaut Paul über die Schulter. „Wird wohl das Ei des Kolumbus?“ flüstert er grinsend .

 

Teilchenoszillionen

„Quatsch!“ Paul ist nicht nach Scherzen. „Der Stoß ändert nicht nur die Form der Wolke, sondern er verändert die Oszillationsfigur. Diese Teilchen hier sind von dem neben ihnen schwebenden neutralen Beobachter fotografiert. Doch auch er könnte die Oszillationsfigur des Teilchens nur ahnen. Wenn er unnatürlich gute Augen hätte, dann würde ihn vielleicht die Art und Weise der Fortpflanzung des inneren Urobjektes des bewegten Teilchens an eine Spirale erinnern,“ Paul schnauft unwillig, „ich kann jedenfalls dieses, sich oszillierend im Raum fortpflanzende Urobjekt in einer Skizze einfach nicht besser darstellen!

Diesen Fortpflanzungsprozeß kann ich mir höchstens vorstellen, wenn ich mir den im Zentrum des Teilchens sich laufend neu herausbildenden Hohlraum nicht streng abgegrenzt denke und ihn durch den Raum wandern lasse ...“ Paul richtet sich auf und betrachtet sein Werk nochmals von weitem.

„Du hast schon recht, Vasco. Die Gestalt des bewegten Teilchens erinnert tatsächlich an ein Ei. Das wird an der Forderung nach einer ausgeglichenen Impulsbilanz an der Oberfläche des Teilchens liegen. Gegenüber einem von ´Vorn´ kommenden Partikel übt ein von ´Hinten´ kommendes Partikel nämlich viel weniger Impuls auf die Schwingungsfigur aus. Schließlich ist es in der Bewegungsrichtung der Teilchenwolke unterwegs, muß ihr nacheilen. Um zu einer insgesamt ausgeglichen Bilanz zu kommen, muß also einer bestimmten Anzahl starker Impulsen von vorn eine dementsprechend größere Anzahl schwacher Impulse von hinten gegenüber stehen.

Der Bewegungszustand einer Teilchenwolke vor dem Hintergrund würde sich also nicht nur in der räumlichen Gestalt der Oszillationswolke widerspiegeln, sondern auch in der Dichte und Verteilung der Wechselwirkungspunkte, die diese Gestalt in Erscheinung treten lassen.“

Vasco nickt kurz und drückt dann Paul wortlos eine Seite des Artikels in die Hand:

Wie in allen Äthermodellen, so würden auch in seinem mediumerfüllte Raum feste, klassische Teilchen niemals dem klassischen Relativitätsprinzip genügen. Die Elementarteilchenresonanzen von Jonas sind nicht fest und unveränderlich; die Relativität der Translation ist für sie kein Problem - sondern Existenzkriterium. Zu jedem denkbaren Bewegungszustand eines Elementarteilchens bezüglich des lokalen Strahlungsbildes gibt es eine Resonanzgestalt, eine energieneutrale Schwebung zwischen dem Teilchenurobjekt und den Hintergrundurobjekten. Gibt es diesen Resonanzzustand nicht, so gibt es auch kein Teilchen... So glaubt Jonas die Relativität der translatorischen Bewegung darstellen zu können - aber auch den absoluten Charakter der Rotation.

Das passt doch, Vasco. “ kommentiert Paul trocken und beginnt prompt ein weiteres Elementarteilchen zu zeichnen. „Wenn ich neben dem idealisierten Bahnverlauf des Inneren Urobjektes auch noch die Stärke der Impulse der beteiligten äußeren Urobjekte eintrage, dann ...“ er kratzt sich kurz am Ohr,
„...erklärt sich fast von selbst, was ich mit
ausgeglichener Impulsbi-lanz meine. Diese herrscht genau dann, wenn sich die Vektoren insgesamt aufheben. Natürlich sollten auch die entgegengesetzt gerichteten Vektoren - welche den Impuls des Inneren Urobjektes verkörpern - einander insgesamt aufheben.
Ein derartig schwingendes Elementarteilchen würde sich in einem isotropen Jonas-Kosmos solange ungebremst und euklidisch geradlinig bewegen, bis es in ein anisotropes Strahlungsfeld gerät - oder bis es von einem anderen Teilchen
getroffen wird.
Und wie die einzelnen Teilchen, so wird sich auch jeder aus Elementarteilchen zusammengesetzten Körper immer im Zustand der
Ruhe wähnen - sofern ihn nicht gerade ein massiver Stoß triff.
Ruhe und gleichförmigen Bewegung gegenüber dem Hintergrund sind vom Standpunkt des Körpers nicht unterscheidbar ...“


„Das wär’s!“ ruft Vasco und läßt sich in seine Liege zurückfallen: „Das ist das Galileische Relativitätsprinzip.“

Paul kann es noch gar nicht richtig fassen. Noch vor wenigen Minuten erschien ihm die Darstellung der Relativität im Jonas-Kosmos wie ein unüberwindlicher Berg ....


US-Forscher schüttelten sandkorngroße Kügelchen in einem luftleerem Gefäß und stießen auf ungewöhnliche Phänomene

Läßt man einen mit Sand oder Zucker gefüllten Behälter vibrieren, so bilden sich spontan Haufen oder rotierende Strudel...

Um die Reibung in dem Behälter auf ein Minimum zu reduzieren, wählten sie ein zylindrisches Gefäß und als Testsubstanz einheitlich große Bronzekugeln mit einem Durchmesser von 0,2 Millimetern und hofften auf Ergebnisse unabhängig von der unterschiedlichen Form und Größe natürlicher Körner. Zunächst „stapelten“ die Wissenschaftler acht Kugelschichten übereinander. Nachdem das Gefäß oben verschlossen wurde und luftleer gepumpt war, wurde es in senkrechte Vibrationen mit unterschiedlicher Frequenz und Stärke versetzt. Zur Überraschung der Forscher bildeten sich geometrische Muster, deren Form von den Eigenschaften der Schwingungen abhing: Bei niedriger Frequenz unterhalb von 25 Schwingungen pro Sekunde entstanden quadratische Gitter, bei hoher hingegen Streifen. Wachsende Schwingungsstärke führte zu Spiralen und reißverschlußähnlichen Mustern. Noch verblüffter waren die Forscher, als sie die Zahl der Kugelschichten auf I 7 erhöhten. Spontan formten sich einzelne, rund 30 Kugeldurchmesser große Gebilde, die entweder mit der Vibration des Behälters oder gegen sie auf und abschwangen, also gleichsam abwechselnd einen Berg und ein Tal im Bronzekugel-See bildeten.

Diese „Oszillonen“ genannten Strukturen blieben über viele tausend Schwingungen stabil und drifteten sehr langsam über die Oberfläche. Trafen Berg und Tal zusammen, so formten sie ein stabiles Paar, das sich gemeinsam bewegte. Auf diese Weise entstanden ganze Ketten und Kristalle von Oszillonen. Umbanhowar und seine Kollegen können bislang weder die geometrischen Strukturen und Oszillonen noch deren merkwürdige Wechselwirkungen erklären. Sie sind jedoch davon überzeugt, daß solche oder ähnliche Prozesse auch in natürlichen Granulaten auftreten...

aus GEO 01/97 S 178 Home Page von Paul Umbanhowar, Center for Nonlinear Dynamics

Eine Grenze

„Ich kann sie mir auf einmal richtig vorstellen,“ schwärmt Paul und schaut dabei versonnen in die Ferne.
„Ich
sehe fast wie ein Jonas-Elementarteilchen bei verschiedenen Geschwindigkeiten oszilliert!
Ich kann mir auch
vorstellen, wie sich der bei einer Beschleunigung hineingesteckte Impuls in dieser Wolke festsetzt. Je größer die Geschwindigkeit des Teilchens gegenüber dem Hintergrund ist, desto stärker wird die Schwingungsfigur von einer kugelförmigen Gestalt abweichen, desto schneller muß das Innere Urobjekt oszillieren, um das rückwärtige Impulsdefizit auszugleichen und ...“
Pauls Lobgesang bricht plötzlich ab.
Vasco blickt irritiert auf.
Wie eine Statue steht Paul mit ausgestrecktem Arm und schief gehaltenem Kopf im Raum.
„Ich glaube,“ flüstert er und sein Arm fällt schlaff herab, „ich bin an die Lichtgeschwindigkeit gestoßen!“

Vasco lacht abgehackt. „Direkt hinein gelaufen, nicht wahr?“ er glaubt an einen Witz.

Doch Paul schüttelt nachdrücklich den Kopf: „Ein Jonas-Elementarteilchen kann nicht beliebig schnell durch den Strahlungsraum fliegen, Vasco. Je größer die Geschwindigkeit des Teilchens zum Hintergrundsystem wird, desto mehr Impulse von Hinten sind nötig, um einen starken Impuls von Vorn zu kompensieren. Auf die Impulse von Hinten kann die Teilchenoszillation aber nicht verzichten, denn sie muß geschlossen oszillieren, um zu existieren!

Der Wolkenschwerpunkt, der ´leere´ Kern der Schwingungsfigur kann also niemals schneller sein als die schnellsten Hintergrundpartikel. Ansonsten könnten diese die Oszillion ja gar nicht mehr einholen und die Schwingung wäre ´offen´!“

Vasco wiegt unwillig den Oberkörper hin und her. Dann schaut er hilfesuchend an die Decke, schließlich stöhnt er, als hätte er Schmerzen.
Paul versteht dieses Getue nicht. „Ihr Physiker und Navigatoren seid es doch gewesen,“ beschwert er sich, „die mir wieder und wieder gepredigt haben, daß die Lichtgeschwindigkeit die unerreichbare Grenzgeschwindigkeit für alle massebehafteten Körper ist.
Ich habe zwar immer mal wieder gefragt,
weshalb man ein Teilchen nicht noch ein bißchen schneller und noch ein bißchen schneller machen könnte - bis es dann schließlich doch schneller ist, als Licht. Die Antwort aber hieß immer: Das geht nicht! oder Die Energie reicht dafür nicht aus... Auch du hast mir keinen plausiblen Grund nennen können, der die weitere Beschleunigung eines schweren Teilchens einfach unmöglich macht.
Und nun glaube ich wenigstens eine Eselsbrücke dafür
gefunden zu haben. Aber du stöhnst, Vasco, als hättest du Zahnschmerzen! Weshalb?“

„Weil so etwas wie
Lichtgeschwindigkeit von unserem momentanen Kenntnisstand bei Jonas überhaupt nicht zu definieren ist !“     antwortet Vasco trocken und er genießt Pauls irritiertes Kopfschütteln.
„Erstens,
wissen wir doch gar nicht, was Licht ist. Und zweitens, haben wir auch gar keine Maßeinheiten, um so etwas wie Geschwindigkeit überhaupt zu berechnen!“
Pauls staunt.
Geschwindigkeit, das ist Länge durch Zeit.“ belehrt ihn Vasco gnadenlos, „Aber wir wissen weder woher im Weltbild von Jonas die Einheit Länge kommt, noch wissen wir, woher er seine Einheit für die Zeit nimmt.“

Paul kratzt sich entnervt am Kopf und wiederholt:„Wir können nichts über Licht-
Geschwindigkeit sagen, weil wir weder den Maßstab der Länge noch den Maßstab der Zeit
haben ??



Die Dimensionen des Raumes sehen wir i.d.R. als stabile Größen an. Sind sie aber nicht. -> Auszug 2

Bemerkung:
Die Wissenschaft - nicht nur die Physik- arbeitet meines Erachtens immer mit Modellen der Wirklichkeit. Sofern die daraus abgeleiteten Theorien gute Prognosen ermöglichen, bezeichnen wir die Theorie als richtig.
Treten Differenzen zwischen der Prognose aus der Theorie und der Beobachtung auf, wird die Theorie in Frage gestellt. Theorien werden unablässig ergänzt, präzisiert und manchmal auch von neueren Theorien ersetzt,  welche die Beobachtungen besser erklären können.
Doch auch diesen Neuen liegt immer wieder ein Modell zu Grunde. Das wird so bleiben. Ein vollständiges Abbild der Wirklichkeit, ein Modell und eine Theorie ´von Allem´, die wird es aber nie geben.



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